Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Rhein

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Inhalt: Baden im Rhein

Darf ich im Rhein baden?
Der Rhein – als natürliches Gewässer – steht im Gemeingebrauch, d.h. die Nutzung ist grundsätzlich jedermann gestattet und bedarf keiner besonderen Erlaubnis.

Wo darf ich nicht baden?
Nach der „Verordnung über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein und Schifffahrtsweg Rhein-Kleve [...]" ist das Baden und Schwimmen im Zuständigkeitsbereich der Wasser- und Schifffahrtsämter Köln und Duisburg-Rhein verboten:
im Rhein […] auf der ganzen Breite der Wasserstraße von 100 m oberhalb bis 100 m unterhalb der Hafenmündungen, der Brücken, der Schiffs- und Fährlandestellen, […] der Umschlagsstellen und Schiffsbauwerften
in den bundeseigenen Häfen
im Rhein […] jeweils bis zur Strommitte in Bereichen, die in der Verordnung mit km-Angaben benannt sind: .

Im Bereich Bad Honnef rechtes Ufer Rhein - km 640,0 - 643,
Im Bereich Wesseling linkes Ufer Rhein - km 667,9 - 672,3
Im Bereich Köln linkes Ufer Rhein - km 682,7 - 690,5
  rechtes Ufer Rhein - km 687,0 - 689,0
  rechtes Ufer Rhein - km 691,3 - 693,5
  linkes Ufer Rhein - km 695,5 - 699,5
Im Bereich Dormagen linkes Ufer Rhein - km 709,5 - 712,5
Im Bereich Düsseldorf linkes Ufer Rhein - km 740,0 - 743,0
    Rhein - km 743,0 - 747,0
Im Bereich Uerdingen linkes Ufer Rhein - km 763,0 - 766,5
  rechtes Ufer  
Im Bereich Huckingen
bis Walsum
rechtes Ufer Rhein - km 769,3 - 794,6
Im Bereich Friemersheim
bis Orsoy
linkes Ufer Rhein - km 769,3 - 794,6
Im Bereich Wesel rechtes Ufer Rhein - km 813,0 - 816,0
Im Bereich Emmerich rechtes Ufer Rhein - km 847,6 - 854,8
Im Bereich Wissel linkes Ufer Rhein - km 847,6 - 854,8

Verordnung zum Baden und Schwimmen in Bundeswasserstraßen (Auszug aus dem Erlass des Ministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vom 14.03.2011) Bade- und Schwimmverbot 

Warum ist das Baden und Schwimmen im Rhein lebensgefährlich?
Die unberechenbare Strömung und die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten machen das Schwimmen im Rhein lebensgefährlich.

Wechselnde Strömungsverhältnisse
Je nach Wasserstand und Flussverlauf erreicht der Rhein eine Fließgeschwindigkeit von bis zu 12 km/h. In der Flussmitte ist die Strömung noch höher.
Schiffe, Brückenpfeiler, Landestellen und andere Anlagen im Wasser verändern die Strömung zusätzlich. Sie verengen den Abflussquerschnitt des Flusses, wodurch der Sog und Wellenschlag noch verstärkt wird.
Auch ein geübter Schwimmer kann sich diesen Strömungsverhältnissen nicht widersetzen.

Fehleinschätzungen
Nicht nur das Schwimmen im Strom, auch der Aufenthalt im flachen Wasser des Uferbereichs kann bereits lebensgefährlich sein. Gerade im Sommer, wenn bei niedrigen Wasserständen das Wasser scheinbar gemächlich dahinplätschert, wird die Gefahrensituation, z. B. durch vorbeifahrende Schiffe, unterschätzt.

Im Uferbereich wurden stellenweise Buhnen gebaut, die regulierend in die Strömung eingreifen. Kleine Wälle aus schweren Steinen ragen quer zum Ufer ins Wasser. Zwischen den Steinwällen entstehen Wirbel und Strudel, die nicht sofort erkennbar sind, aber gleichfalls gefährliche Wasserkraft entfalten.

Ein Schiff ist schneller als man denkt. Fährt es augenscheinlich noch in weiter Ferne, kann es urplötzlich direkt vor einem liegen. Und dann ist das Schiff immer schneller als der flüchtende Schwimmer.

Was passiert, wenn ich den Schiffen zu nahe komme?
Auf dem Niederrhein fahren die bundesweit größten Binnenschiffe. Sie haben eine Tragfähigkeit von bis zu 5 000 t und eine Länge von 270 m. Eine Maschinenleistung von bis zu 6 400 PS verursacht erhebliche Turbulenzen im Heck des Schiffes, denen kein Schwimmer gewachsen ist.
Der sich bis zum Ufer auswirkende Sog und Wellenschlag dieser Schiffe ist für einen Schwimmer nicht nur im Nahbereich, sondern auch noch in weiter Entfernung lebensgefährlich.

Wie reagiert der Schiffsführer?
Der Binnenschiffer steuert sein Schiff vom Heck aus, d. h. er hat eine Schiffslänge von über 200 m vor sich. Einen Schwimmer in dieser Distanz kann er nicht wahrnehmen. Eine Reaktion ist damit unmöglich.

Die Annäherung an Schiffe ist nach der „Verordnung über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein [...] " verboten!

Kann ein Schiff bremsen?
Schiffe fahren auf dem Rhein mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 20 Stundenkilometern in der Talfahrt. Sie können nicht bremsen, sondern lediglich alle Maschinen rückwärts laufen lassen. Dies erlaubt den großen Schubverbänden bei normaler Talfahrt einen Bremsweg von 800 – 1 000 Metern. Bei einer Notbremsung kann diese Strecke mit Hilfe eines Ankers um ca. die Hälfte verkürzt werden, aber selbst das wird nicht helfen, die Kollision mit einem Schwimmer zu verhindern.

Warum ist das Springen von Brücken gefährlich?
Der Rhein ist die am meisten befahrene Wasserstraße Europas. Rheinbrücken haben eine Brückendurchfahrtshöhe von mindestens 9 m über dem Hochwasserspiegel. Bei mittleren Wasserständen ergeben sich Brückendurchfahrtshöhen von ca. 14 – 15 m. Im Sommer kommen bei niedrigen Wasserständen weitere 2 – 3 m hinzu. Durch den Brückenaufbau vom mehreren Metern ergibt sich somit eine Sprunghöhe, die weit über 20 m liegen kann. Sich von so großer Höhe in den Fluss zu stürzen ist – unabhängig vom regen Schiffsverkehr - kein Abenteuer mehr, sondern Selbstmord.

Muss ich mit Strafe rechnen?
Die Wasserschutzpolizei ist besonders in der Ferienzeit verstärkt im Einsatz und ahndet Fehlverhalten rigoros mit Ordnungswidrigkeits – oder Strafverfahren. Sie müssen mit Platzverweisen, Verwarnungen und Bußgeldern rechnen.

Wenn Sie mehr wissen wollen:
Auszug aus:
Verordnung über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein und Schifffahrtsweg Rhein-Kleve
Schwimmen im Rhein: Was sind die Gefahren? Wer trägt die Verkehrssicherheitspflicht? Wer ist für die Gefahrenabwehr zuständig?

Karte Badeverbote im Rhein